Weltmissionssonntag Casa del Sol
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Ecuadorhilfe „Casa del Sol“

15.02.2021: Artikel zur Lage in Quito und Dank an die Spender für die Casa del Sol

Brief vom 15. Dezember 2020

Corona in Ecuador – Nachrichten von der Casa del Sol
Notrufe aus einem Land im Stillstand

„Fürchtet Euch nicht!“ spricht der Weihnachtsengel zu den Hirten. Diese Geschichte ist auch in Ecuador bekannt. Um die Casa del Sol glauben manche Leute, dass die Menschen in Grünwald und Familien, die bisher Weihnachtspäckchen für die Kinder geschickt haben solche Engel sind.

Heidi Schäfer, die jede Woche Kontakt mit Ecuador hält, bekam 50 schön gestaltete Briefe der Kinder und Eltern zugeschickt. Briefe voll Dankbarkeit, aber auch Verzweiflung. Durch die amtlichen Anordnungen in Ecuador sind seit März diesen Jahres alle Schulen, Kindergärten, Krippen und Horte geschlossen. Fahrzeuge dürfen nur nach einem Ampelsystem an bestimmten Tagen bewegt werden. Lieferketten brechen zusammen, viele Menschen sind arbeitslos geworden. Rund um die Casa del Sol herrscht schlimmster Hunger. Menschen auf Arbeitssuche schrecken auch nicht vor Plünderungen und Überfällen zurück. Korruption, Misswirtschaft, Not und Krankheit sind an der Tagesordnung. Einen Platz im Krankenhaus muss man sich erkaufen, und weil es keine Medikamente gibt, können Ärzte auch nicht behandeln.

Seit Beginn der Pandemie haben wir mit Hilfe der Spenden aus Grünwald arbeitslos gewordenen Müttern monatlich Lebensmittel besorgt. Achtmal konnten wir alle uns genau bekannten und dringend bedürftigen Familien
versorgen. Inzwischen sind nämlich auch alle Kinder wieder zurück, die zu Beginn der Pandemie zu Verwandten in die Berge geschickt wurden. Auf 3000-4000 Metern Höhe wächst nicht genug, um alle zu ernähren… Für 50 Dollar besorgt unser Team vor Ort Lebensmittel und Hygieneartikel, die je Familie für einen Monat gerade reichen.

Während die Armen wie beschrieben ums Überleben kämpfen, rückt die Schulbildung der Kinder in den Hintergrund. Auf staatliche Verordnung hin begann das Schuljahr im September mit Onlineunterricht. Leider wurde dabei völlig ignoriert, dass an den Berghängen, wo die Ärmsten leben, kein Internet und keine Computer sind. Manche, denen die Schulbildung der Kinder wichtig ist, verschulden sich bis über den Kopf. Die meisten sind es auch ohne Laptop schon. Wir haben uns gut überlegt, wie wir unseren armen Kindern Schulbildung und damit eine Lebensgrundlage ermöglichen könnten. Wir haben nachgefragt, Konzepte erstellt, Kosten berechnet, und eine Lösung gefunden.

Die Lösung sieht nun wie folgt aus. Von unserem „Comedor“ (Schulkindermittagstisch) bekommen zunächst diejenigen Kinder, die vor einem Abschluss stehen, ein „Schul-Tablet“ geliehen, solange es in Ecuador nur virtuellen Unterricht gibt. Das Tablet ($ 189.-) hat ein installiertes Schulprogramm, in dem man die entsprechende Schule und den Klassenlehrer aufrufen kann. Damit können die Kinder wenigstens einen Schulabschluss machen. Das ist später für einen Arbeitsplatz die Mindestvorausaussetzung. Die Tablets bleiben anschließend in unserem „Comedor“ als Hilfe bei den Hausaufgaben. Zudem ist es nötig, einen Internetanschluss für die nächsten 6 Monate zu bezahlen, bis auch in Ecuador wieder Unterricht stattfinden kann. Inzwischen hat eine erste Übergabe von 8 Tablets mit Einführung durch unser Personal stattgefunden.

Wie Sie sehen, kommt alles was Sie geben an! Unter dem Schirm der Diözöse vor Ort können wir Importabgaben oder Verwaltungsgebühren vermeiden, außerdem arbeiten wir ehrenamtlich.  Wenn Sie gegen eine Spendenquittung helfen möchten, geben Sie bitte Ihre Kontaktdaten im Verwendungszweck an:

Förderkreis Ecuador e.V.
VR Bank München Land
IBAN: DE97 7016 6486 0000 0082 22
BIC: GENODEF1OHC

Wie Sra. Guamán schreibt: „Gott schickt immer Engel in unser Leben und ich glaube Ihr seid solche. Dank Eurer Lebensmittel haben wir mit unseren Kindern etwas zu essen. Mil Gracias!“

Brief vom 28. Oktober 2019

Liebe Grünwalder Freunde vom „Casa del Sol“!

Es ist kaum zu glauben, aber unsere Mitarbeiterinnen Vicki, Jenny und unsere freiwillige Helferin Maria aus München haben es jetzt gesehen und beschrieben: Luis Fernando aus unserer Kindertagesstätte lebt mit seiner Mutter in einer Garage, im hinteren, abgetrennten Teil. Kein Fenster, dafür Abflussrohre, die an den Wänden entlang durch den Raum gehen. Es ist feucht, stickig und kalt und riecht nach Benzin und Auspuffgasen. Wasser gibt es aus dem Wasserrohr an der Wand und für die Toilette einen Eimer. Mutter und Kind haben nur ein Bettgestell ohne Matratze und etwas geschenkte Kleidung. Kein Kochherd, kein Topf, kein Geschirr, keine Lebensmittel.

Kein Tourist wird je bemerken, wie Luis Fernando und viele, viele Kinder in diesem Land leben müssen. Die Armut in Ecuador ist eine „Hinterhof-Armut“, auch bedingt dadurch, dass es auf den Bergen, sobald nachts oder in der Regenzeit die Sonne fehlt, sehr kalt wird. Quito liegt immerhin auf 3000 Meter Höhe. Also verkriecht man sich in den Höhlen.

Als ich noch in Ecuador lebte, hat man mich oft gefragt: „Wie können Sie mit solcher Armut leben?“ Und ich habe geantwortet: „Indem ich versuche, diesen Menschen zu helfen.“ Und so kommt es, dass ich mit Hilfe der Grünwalder Spender seit vielen Jahren zur Linderung der Armut unserer Mütter und Kinder beitragen kann. Dafür ein besonderes „Garcías“!

Begonnen hat die Hilfsaktion vor 25 Jahren mit meinem ersten „Heimaturlaub“, als ich dem damaligen Pfarrer Oelschlegel von Maria Königin von der Not in Ecuador erzählte. Seine erste Spende war zugleich der Anfang einer Patenschaft für die erste Kindertagesstätte vom Projekt „La Casa del Sol“. Pfarrer Oelschlegel ist uns immer treu geblieben, selbst noch durch die letzte Spendenbitte anlässlich seiner Beerdigung. Mit Trauer und Dankbarkeit möchte ich hier seiner gedenken. Auch die Kinder und das Personal haben im gemeinsamen Gebet an ihn gedacht. Er wird uns immer als der liebenswerte für alle Nöte und Sorgen offene Priester und Wohltäter in Erinnerung bleiben.

Sind Sie neugierig auf unsere Arbeit geworden? Wollen Sie uns unterstützen?

Unser Pfarrbüro hilft Ihnen gerne weiter.

Heidi Schäfer

http://www.kita-casadelsol.de/

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